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FDP kritisiert Vorgehen der rot-schwarz-grünen Kreistagsmehrheit zur Schließung von Real- und Hauptschule in Gieboldehausen

Die FDP-Fraktion im Göttinger Kreistag übt scharfe Kritik am in der Kreistagssitzung am Mittwoch von der SPD, CDU, Grünen und „Die Linke“ gefassten Beschluss zur Schulsituation im Eichsfeld. Die rot-schwarz-grüne Kreistagsmehrheit will erneut eine Elternbefragung durchführen mit dem Ziel der Schließung der Realschule und Hauptschule in Gieboldehausen, wo die Kreistagsmehrheit statt dessen eine Gesamtschule einrichten will. Die erste Elternbefragung im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass die Zahl der Eltern, die ihr Kind auf eine Gesamtschule in Gieboldehausen schicken wollen, für die Errichtung einer Gesamtschule nicht ausreicht.

Der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Norbert Ullrich, meint dazu: „Die Zahlen der ersten Befragung waren realistisch. Eine erneute Befragung hat offensichtlich das Ziel, verfälschte Ergebnisse zu produzieren. Um die Manipulationsmöglichkeiten zu erhöhen, will die Kreistagsmehrheit für Gieboldehausen in diesem Jahr und für eine Gesamtschule in Groß Schneen erst 2010 die Eltern erneut befragen.“ Ullrich verweist auf das Beispiel der Gesamtschulgründung in Bovenden: „Bei der dritten Befragung für die von der Kreistagsmehrheit unbedingt gewollte IGS Bovenden kamen rechnerisch etwa 230 Schüler zusammen. Tatsächlich sind sehr viele dieser Kinder dann nicht an der IGS Bovenden angemeldet worden. Vielmehr hat die IGS Bovenden ihren Betrieb jetzt mit nur 131 Kindern aufgenommen – ungefähr die Zahl, die nach der ersten Befragung für Bovenden zu erwarten war.“ Der FDP-Politiker meint dazu: „Das gezielte Operieren der rot-schwarz-grünen Kreistagsmehrheit mit falschen Zahlen ist unredlich. Zudem hat Gieboldehausen überhaupt nichts davon, wenn die Realschule und die Hauptschule dort geschlossen werden und eine statt dessen gegründete Gesamtschule kurze Zeit später wegen Schülermangels vor dem Aus steht. Auch betroffene Eltern und Kinder wünschen sich eine möglichst ver-lässliche Planungssicherheit.  Die Eltern sind deshalb auch an klaren Strukturen und planbaren Schulstandorten interessiert. Mit vermeidbaren Schulstandortveränderungen durch offenkundig fehlerhafte Politikentscheidungen ist ihnen nicht gedient.”

Besonders verwundert zeigt sich Ullrich über das Stimmverhalten der CDU: „Mit dem Ja zur Gesamtschule in Gieboldehausen stellt sich die CDU gegen die Wünsche der kirchli-chen St.-Ursula-Schule in Duderstadt, Gesamtschule zu werden. Neben dem Eichsfeldgymnasium und einer Gesamtschule in Gieboldehausen reicht die Schülerzahl für eine weitere Gesamtschule im Eichsfeld keinesfalls aus. Oder will die CDU das Eichsfeldgymnasium schließen?“

Verfasser: FDP im Göttinger Kreistag

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