29. Mai 2009
Offenes Gespräch mit dem Landvolk Göttingen
Der FDP Kreisverband Göttingen und der FDP Ortsverband Gleichen-Radolfshausen veranstalteten mit dem Göttinger Europawahlkandidaten Hartwig Ubben und als besonderem Gast dem norddeutschen FDP Europaabgeordneten Willem Schuth am 19. Mai 2009 nachmittags in Ebergötzen ein offenes Gespräch mit dem Landvolk Göttingen Kreisbauernverband.
Wilhelm Bruinjes, der Leiter des Europäischen Brotmuseums, begrüßte die Teilnehmer und führte sie durch die Anlage. FDP MdEP Willem Schuth zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und schönen Präsentation der Ausstellung. Als Niederländer nahm er begeistert auch die seine Heimat betreffenden Exponate auf und bes-tätigte den internationalen Charakter des Museums.
Im landschaftlich schönen Außenbereich des Museums fand dann in größerem Kreise ein ausführliches Gespräch über Aspekte der europäischen Landwirtschaftspolitik aus der Sicht des Göttinger Raums statt.
Achim Hübner, der Geschäftsführer des Landvolks Göttingen / Kreisbauernverband thematisierte engagiert die herrschende Bürokratie. Er kritisierte zwar auch die europäische Regelungsdichte, vor allem aber beweg-ten ihn und die Landwirte die bürokratische Umsetzung durch die deutschen Behörden.
Der FDP-Europakandidat Hartwig Ubben bestätigte, dass Europa und leider auch seine Bürokratie „vor Ort gelebt und erlebt“ werde, die Bevölkerung lebe schließlich in den Regionen und nicht in Brüssel.
Zur Entwicklung des ländlichen Raums wurde von allen Beteiligten herausgestellt, dass es nicht reicht, ein-fach nur Geld auszugeben: es muss auch eine dauerhafte Wirkung haben. Willem Schuth forderte hierzu umfassenden Bericht nicht nur behaupteter, sondern tatsächlich erreichter Nachhaltigkeit.
Achim Hübner berichtete, dass die Landwirte bei wirtschaftlichen Projekten immer mehr Probleme mit Landschafts- und Naturschützern bekämen, wie sich gerade jetzt wieder bei einem Wollbrandshauser Hühnermastprojekt zeige. Es sei fast unmöglich, landwirtschaftliche Betriebe auf ein existenzfähiges Niveau zu bringen und für so für entsprechende Gewerbeeinnahmen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu sorgen.
Willem Schuth mahnte an, dass Landwirtschaft und Natur zusammengehören und auf keinen Fall gegeneinander arbeiten dürfen. Bei Ausbauprojekten in der Nähe von Naturschutzgebieten müsse über vernünftige Ausgleichsmaßnahmen geredet werden, statt den ökonomisch handelnden Menschen mit populistischer Politik zu lähmen.
Hartwig Ubben hob hervor, dass blindwütige Blockade effizienterer größerer landwirtschaftlicher Betriebe die Entwicklung im ländlichen Raum gefährde und damit weitaus mehr Schaden für die dort lebenden Menschen anrichte, als es an Natur schütze.
Engagiert wurde auch über eine Reihe weiterer Themen der EU gesprochen.
Im großen Gesprächskreis waren alle Teilnehmer an Einschätzungen von Willem Schuth zu Bedeutung und Chancen der Lissabon-Verträge und -Strategie interessiert. Willem Schuth als Mitglied der europäischen ALDE-Fraktion hob hervor, dass diese Verträge zwar verbesserungsfähig seien, von den Liberalen aber bereits in der jetzigen Fassung als Fortschritt für Europa gesehen werden und daher in Kraft treten sollten.
