12. November 2008
Keine Windräder auf dem Rathaus
Bissige Kritik hat die FDP-Fraktion an einem gemeinsamen Antrag der SPD und der Grünen im Rat zum Thema Windenergie geübt. „Bei diesem Antrag muss es sich um einen vorgezogenen Aprilscherz handeln. Das ist ansonsten der reine Irrsinn“, so FDP-Ratsherr Ben Schroeter. „Ich bin sprachlos, mit welchem Unfug wir uns beschäftigen sollen“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP. SPD und Grüne schlagen in einem Antrag für die Sitzung des Bauausschusses am 20.11. vor, auf dem Dach des Neuen Rathauses und an anderen „repräsentativen städtischen Gebäuden“ Windkraftanlagen anzubringen. Dabei soll es sich laut Antrag nicht um die bekannten Anlagen mit drei Rotorenblättern handeln, sondern um kompaktere futuristisch wirkende Windturbinen der britischen Firma quietrevolution.
Wenig revolutionär findet allerdings die FDP diesen Vorschlag. „Die vorgeschlagene Anlage verursacht Anschaffungskosten von rund 50.000 Euro. Bei einer Höchstleistung von 10.000 Kilowattstunden pro Jahr und 25 Jahren Nutzungsdauer steht dem ein maximaler Ertrag von 25.000 Euro entgegen. Dieser Vorschlag ist daher fiskalischer Unfug “, ist sich Schroeter sicher. Hinzu kämen zudem noch nicht unerhebliche Kosten für Wartung und Betrieb. Auch der von SPD und Grünen angestrebte symbolische und pädagogische Nutzen durch ein weithin sichtbares Zeichen für erneuerbare Energien würde das zu erwartende Defizit nicht kompensieren.
Irritiert zeigt sich die FDP zudem von der Aussage, Windkraftanlagen sollten auf weiteren „repräsentativen städtischen Gebäuden“ installiert werden. „Ein Windrad auf dem Neuen Rathaus ist vielleicht noch vorstellbar. Beim Alten Rathaus oder dem Deutschen Theater hört der Spaß allerdings auf“, stellt Schroeter fest. Eine solche Installation sei ästhetische Umweltverschmutzung, mit dem Denkmalschutz unvereinbar und würde von der FDP nicht toleriert werden.
