2. Februar 2009
Testkäufe von Jugendlichen sind kein probates Mittel zur Alkoholprävention
Der geplante Einsatz von Jugendlichen als Alkohol-Testkäufer seitens des Landkreises Göttingen ist bei der FDP-Ratsfraktion auf Kritik gestoßen. „Jugendliche sind keine Versuchskaninchen. Wir lehnen diesen Vorschlag des Landrats entschieden ab“, so FDP-Ratsherr Ben Schroeter. Jugendliche als Testkäufer einzusetzen, widerspräche der Intention des Jugendschutzgesetzes und vermittle den Eindruck, dass Denunzieren, Nachspionieren und Unehrlichkeit als wichtige Säulen staatlichen Handelns legitim seien. Die FDP-Fraktion lehne es ab, dass der Staat Jugendliche ausnutze, um dem eigenen staatlichen Auftrag zum Schutz der Kinder und Jugendlichen nachzukommen. Dies gelte insbesondere für Anwärter auf den Staatsdienst. „Wie sollen diese jungen Menschen Respekt vor dem Gesetz haben, welches sie später als Vertreter des Staates schützen sollen, wenn sie bereits in ihrer Ausbildung zu Gesetzesverstößen animiert werden“ fragt der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf den geplanten Einsatz von minderjährigen Polizeianwärtern.
Aus Sicht der FDP gäbe es geeignetere Mittel zur Alkoholprävention. Ein Weg seien verschärfte Kontrollen seitens des Ordnungsamtes und der Polizei. „Insbesondere vor fragwürdigen Geschäften können Kontrollen von Jugendlichen, die Alkohol erworben haben, genauso effektiv wirken wie versteckte Testkäufe“, stellt Schroter fest.
Die FDP-Fraktion fordere Landrat Schermann auf, das Votum des Rates der Stadt Göttingen zu respektieren. „Der Rat der Stadt Göttingen hat dem Einsatz jugendlicher Testkäufer am 6. Juni mit großer Mehrheit eine Absage erteilt. Wir erwarten, dass der Landrat dieses Votum der demokratischen Vertreter der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Göttingen akzeptiert. Der Landrat sollte klarstellen, dass er keine Testkäufe in der Stadt Göttingen beabsichtigt. Alles andere wäre ein Affront gegen die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt“ so Schroeter abschließend.
